Was ist Peel Off oder abziehbarer Nagellack? - Nageldesign Zentrale

Was ist Peel Off oder abziehbarer Nagellack?

Auffälligen Glitzerlack nach der After-Work-Party einfach abziehen und am nächsten Tag beim Meeting mit einem unauffälligen Business-Look glänzen? Klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder? Neueste Produktlinien von namhaften Nagellack-Herstellern versprechen aber genau das.

Die Idee: ein Nagellack, der sich wie ein bunter Post-it rückstandslos vom Nagel abziehen lässt – aber natürlich erst dann, wenn die Trägerin das wünscht! Ohne langes Schmieren, Wischen und Kratzen mit Nagellackentferner und unzähligen Wattepads.

Den Nagellack zum Ausziehen gibt es grundsätzlich in zwei Varianten.

Für diejenigen unter euch, die lieber ohne UV-Lampe auskommen, gibt es einige abziehbare Farb- und Glitzerlacke sowie eine spezielle Base, die jeden Lack in einen Abziehlack verwandelt und bis zu fünf Tage Haltbarkeit verspricht.

In der 3-Schicht-Version mit UV-Einwirkung soll der Peel-off Lack sogar bis zu zwei Wochen halten.

Wie das Ganze im Detail funktioniert soll (und ob es tatsächlich funktioniert), zeige ich euch hier:

1. Peel-off Base ohne UV

Wie wird die Peel-off Base verwendet?

Die Peel-off Base könnt ihr wie einen ganz normalen Unterlack verwenden, müsst euch aber etwas mehr Zeit für das Lackieren nehmen. Wichtig ist die richtige Dosierung.

Eine zu dünne Schicht Base Coat könnte den gewünschten Abzieh-Effekt deutlich abschwächen. Zuviel jedoch kann auch zu einem vorschnellen Ablösen des Lackes führen: 

  • Am besten funktioniert der Lack in zwei dünnen Schichten auf gereinigten, fettfreien Nägeln.
  • Lasst ihn bitte unbedingt vollständig durchtrocknen! Es können schon mal zehn Minuten oder mehr vergehen, bis sich die Flüssigkeit in eine gummiartige Substanz verwandelt, die hinterher das Abziehen überhaupt erst ermöglicht
  • Wenn der Unterlack getrocknet ist, verliert er seine milchig-weiße Farbe und wird komplett durchsichtig
  • Jetzt könnt ihr euren Lieblings-Glitzerlack oder einen beliebigen Farblack auftragen...

Falls ihr jedoch eine kräftige Farbe verwenden wollt, solltet ihr erst noch eine Schicht eures gewohnten Base Coats lackieren, denn die Peel-off Base schützt nicht vor Verfärbungen der Nagelplatte!

DIY-Lifehack

Ein 10ml-Fläschchen Peel-off Base kostet gerade mal zwei bis zehn Euro, daher ist dieser Trick mehr etwas für Experimentierfreudige.

Alles, was ihr braucht, um den Abzieh-Unterlack selbst herzustellen, ist Bastelkleber oder alternativ Alleskleber und ein paar Tropfen Wasser.

Am besten organisiert ihr euch ein leeres Nagellackfläschchen und füllt beides hinein. Nun müsst ihr das Ganze noch sehr gut schütteln und fertig ist die DIY Peel-off Base!

Was spricht für die Peel-off Base?

Der Peel-Off Base Coat eignet sich ganz besonders als Unterlage für hartnäckige Glitzerlacke, die sich, einmal auf den Nagel aufgetragen, bekanntlich nur schwer wieder von ihm trennen wollen.

Richtig angewendet, hält der Lack gute zwei bis fünf Tage. Der ganz große Vorteil liegt hierbei also im glitzernden Wochenend-Flair!

Was spricht gegen die Peel-off Base?

Keine Frage: Der Abziehlack geht wunderbar wieder ab. Nicht selten aber leider auch vorzeitig und unfreiwillig.

In vielen Blogs und Foren liest man deshalb wütende Rezensionen darüber, dass der Lack schon am selben Tag bei unsanfter Behandlung wieder abgegangen sei.

Ausnahmsweise scheint der Preis hier leider noch ein Gütesiegel zu sein. Bei allzu billigen Angeboten könnte der glamouröse Auftritt nach ein paar Stunden auch schon wieder vorüber sein.

Aber auch bei teureren Produkten ist Vorsicht geboten. Wasser, aggressivere Seife und grobe Handarbeiten zeigen hier sehr schnell ihre abschmierende Wirkung.

2. Peel-off Nagellack mit UV

Wie wird der Peel-off UV-Lack verwendet?

Mit dem speziellen Peel-off UV-Lack könnt ihr fast wie immer verfahren:

  • Zuerst müsst ihr eure Nägel in Form feilen
  • das Nagelhäutchen zurückschieben
  • und mit einem besonderen Peel-off Cleaner reinigen
  • Danach tragt ihr den Peel-off Base Coat auf
  • und lasst ihn entsprechend der Herstellerhinweise unter der UV-Lampe trocknen...

Ganz wichtig: Auf keinen Fall die Schwitzschicht entfernen!

Danach könnt ihr einen Farblack eurer Wahl aus der Produktpalette von Striplac, Ziplac & Co. auftragen und ebenfalls unter der Lampe trocknen lassen.

  • Die Schwitzschicht müsst ihr wieder unbedingt drauf lassen!
mit UV Lampe

Abschließend fixiert ihr das Ganze mit dem speziellen Top Coat.

Achtet wie immer darauf, die Nagelspitze besonders gut zu versiegeln, da hier am schnellsten Bruchstellen und erste Risse im Lack entstehen.

Die Schwitzschicht nach dem letzten Trocknungsvorgang dürft ihr endlich entfernen und das Ergebnis bewundern.

Um den Lack wieder abzukriegen sollte ein Rosenholzstäbchen ausreichen. Damit hebelt ihr vorsichtig die Seitenränder des Lacks an und zieht die Farbschicht dann insgesamt mit den Fingern oder einer Pinzette vom Nagel ab.

Was spricht für Peel-off UV-Lack?

Mit einem Komplettset ist das Auftragen von Peel-off Lack genauso einfach wie die Modellage von regulären Gel- oder Acrylnägeln. Zusätzlich wird der Nagel weder durch Aceton noch durch grobes Abfeilen der Lackschicht beschädigt.

Für Nailart-Begeisterte, die oft und gerne Neues ausprobieren, kann der Lack zum Abziehen eine interessante Alternative zur herkömmlichen Kunstnagelmodellage darstellen.

Was spricht gegen Peel-off UV-Lack?

Ein Starterkit Peel-off UV-Lack kostet zwischen 50 und 130 Euro. Die einzelnen Farbgele dazu liegen preislich zwischen zehn und fünfzehn Euro.

Für Neulinge empfiehlt es sich vielleicht, die Methode erst einmal bei einer Nageldesignerin auszuprobieren, bevor man feststellt, dass es doch nichts für einen ist.

An die Haltbarkeit und Kratzfestigkeit eines herkömmlichen UV-Lackes kommt der Abziehlack nicht heran. Ihr müsst definitiv vorsichtiger mit euren Nägeln umgehen, wenn der Lack die maximale Tragedauer von zehn bis vierzehn Tagen auch aushalten soll.

Es kann allerdings auch vorkommen, dass der Lack gar zu gut hält. Vor allem bei zu dick aufgetragenem Base Coat kann es durchaus vorkommen, dass sich die Lackschicht gar nicht mehr abziehen lässt.

In diesem Fall gibt es einen speziellen Aktivator, der meistens im Kennenlernpaket enthalten ist.

Diesen müsst ihr einige Minuten einwirken lassen, bevor sich der Lack wunschgemäß vom Naturnagel löst.

Ein weiterer Nachteil besteht in der gegenwärtig noch ausbaufähigen Farbpalette des Auszieh-UV-Lacks. Man darf aber davon ausgehen, dass – sofern der Trend erfolgreich ist – diese im Laufe der Zeit noch etwas wächst.

Fazit:

Die charmante Kreuzung aus Post-it und Fingernagel ist noch neu. Es darf also noch probiert werden.

Wirklich positiv ist natürlich bei beiden Varianten die Schonung des Naturnagels, der bei herkömmlichen Lackarten erst durch das Entfernen so richtig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Der Peel-off Nagellack lohnt sich für euch, wenn ihr dramatische Nagelauftritte nur vorübergehend tragen möchtet oder zu besonderen Anlässen braucht. Geduld und Nachsicht sind gefragt, wenn ihr mitsamt Glitzerlack den Garten umgraben wollt.

Kind malt FInger von Puppe an

Ein ganz großes Plus können Mütter von kleinen Glitzerprinzessinen in der UV-freien Peel-off Lackvariante verbuchen. Seien wir ehrlich: Für die Kleinen ist das Lackieren noch das tollste. Wie lange die Farbe hält, ist dabei sowieso eher Nebensache.

Zusatzinfo:
Es soll eine UV-freie Peel-off Weltneuheit vom Hersteller Sensationail (Fingr’s) geben, die ohne Unterlack auskommt und seit November 2016 auch auf dem deutschen Markt erhältlich ist.

Zwar gibt es den Wunderlack gerade mal in zehn Farben und ist nach eigener Recherche derzeit nur noch in Restposten aufzuspüren, aber ersten Rezensionen zufolge man darf hoffen, dass sich das bald ändern und sich die Farbpalette erweitern wird!

(Quelle: https://www.pinkmelon.de/magazin/makeup/sensationail-peel-off-polish.html u. a.)

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