Fingernägelkauen und wie du es dir abgewöhnen kannst!

Das Knabbern an den Fingernägeln ist eine schlimme Angewohnheit. Und leider lässt sie sich nicht von heute auf morgen ablegen. Wenn du auch zu den "Knabberern" gehörst – was hilft gegen Fingernägel kauen: 

  • Bitterstoffe auf den Nagel aufpinseln​
  • Entspannungstechniken nutzen 
  • Freunde und Familie um Unterstützung bitten 
  • HRT (Habit Reversal Training) 
  • Entkopplungstherapie
  • Hypnose

Jeder zweite Jugendliche und jeder zehnte Erwachsene kaut an den Nägel! Du hast also viele Mitstreiter, wenn es darum geht, die beste Methode zum Abgewöhnen zu finden.

  • Sind ein paar Nägel oder sogar alle zehn bis zum Nagelbett abgekaut?
  • Ist die Nagelhaut verletzt, entzündet und blutet sie manchmal?
  • Haben sich deine Nägel durch das ständige Kauen schon verformt?
  • Am liebsten würdest du deine Hände in Handschuhe stecken, damit keiner deine ramponierten Nägel sieht? 

Kannst du eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantworten? Dann ließ am besten gleich weiter und erfahre, welche Gründe dein Nägelkauen hat und wie du es schaffst damit aufzuhören.

Ideen wie Deine Nägel wieder vorzeigbar werden, findest du hier: 

Ursache: Was hat Dich zum Nägelkauen gebracht?

Hast du dich auch schon öfter gefragt, warum du deine Nägel abbeißt? Wir wissen, Nägelkauen ist nicht nur eine schlechte Angewohnheit, es geschieht oft auch aus Langeweile oder hat psychische Ursachen. Vielleicht bist du häufig nervös, fühlst dich im Job überfordert, hast Stress in der Partnerschaft oder in der Familie.

Gewohnheit

Klar, wenn du brüchige und gespaltene Nägel hast, kann es passieren, dass du sie einfach abbeißt, anstatt sie mit Schere und Feile wieder schön in Form zu bringen. Aber das sollte nicht zur Gewohnheit werden! Am besten du hast für solche Fälle immer eine Nagelfeile zur Hand.

Und damit deine Nägel nicht mehr brechen und wieder elastisch werden, solltest du sie jeden Abend mit einem Nagelöl massieren. Wenn das allein nicht hilft, besorge dir Vitamin-H-Tabletten aus der Apotheke. Die stärken in den meisten Fällen die Nägel.

Langeweile

Auch Langeweile kann zu dieser schlechten Angewohnheit führen. Denk mal scharf nach: Ist es dir auch schon passiert, dass du angefangen hast, an deinen Nägeln herumzubeißen, weil ein Film im Fernsehen oder im Kino schrecklich langweilig war?

Stress

Bei den meisten ist das Kauen an den Nägeln ein Anzeichen von Stress und Nervosität (aber auch von Angst). Vielleicht hast du Probleme in der Familie oder in deiner Partnerschaft, die dazu führen, dass du unbewusst anfängst zu beißen. Und während du knabberst, bekommst du das Gefühl, dass sich die innere Anspannung löst.

Solange du nur hin und wieder an den Nägeln beißt, ist das nicht schlimm. Das wird es erst, wenn du ständig dabei bist und deine Nägel bis ins Nagelbett zerstörst.

9 Tipps und Therapien gegen das Nägelkauen

Frage dich, was du in Deinem Leben ändern kannst, damit es stressfreier zugeht, und setze dir erreichbare Ziele. Hier unsere Tipps, wie du dir das Fingernägel kauen abgewöhnen kannst

1. Einen festen Termin machen

Wann willst du wieder schöne, gepflegte Fingernägel haben? Such dir einen Termin aus, der in nicht allzu ferner Zukunft liegt – Ein nächster Geburtstag vielleicht, eine große Party, eine Hochzeit oder so.

Dann hast du ein Ziel vor Augen, an das du dich jedes Mal erinnerst, wenn du wieder anfangen solltest deine Nägel zu strapazieren.

Wie wäre es, wenn du ihn aufschreiben und aufhängen würdest? Vielleicht so: „Auf der Party von Xyz habe ich perfekte Fingernägel“.

2. Bitterstoffe aufpinseln

In der Apotheke gibt es Tinkturen und Lacke, die du wie einen normalen Nagellack auf die Nägel aufträgst. Sobald du anfängst auf ihnen herumzukauen, entwickelt sich ein extrem scheußlicher Geschmack im Mund.

Das liegt am Sucroseoctaacetat – einer chemischen Substanz, die beim Kauen gelöst wird. Dieser ungiftige, bittere Stoff steckt übrigens auch in Spielzeug und soll dort verhindern, dass Kinder die Plastikteile zerbeißen und verschlucken.

So ein Lack erfüllt gleich zwei Aufgaben:

  • Erstens sorgt er dafür, dass Nägelkauen mit einem widerlichen Geschmack in Verbindung gebracht wird.
  • Und zweitens wird dem Nägelkauer sein Knabbern sofort bewusst. Du kannst also gar nicht mehr unbewusst zubeißen. Solche Lacke gibt es zum Beispiel hier

3. Entspannung

Entspannungstechniken helfen nicht nur super gegen Stress und Angstattacken, sie können auch helfen, dir das Nägelkauen abzugewöhnen. Die wirkungsvollste Entspannung bringt Autogenes Training.

Im Internet findest du viele Übungen dafür. Oder du legst Relax-Musik auf, schließt die Augen und gehst in Gedanken auf eine Fantasiereise:

Besser gesagt auf eine Traumreise, die dich in eine Welt entführt, in der es weder Stress noch Angst gibt. 

4. Unterstützung durch Freunde

Auch die Unterstützung durch Freunde und Familie kann dabei helfen durchzuhalten und das Ziel zu erreichen. Erzähle deinen engsten Vertrauten von deinem Plan, dir das extreme Fingernagel kauen abzugewöhnen. 

5. Sport machen statt Nägel kauen

Du bist eigentlich ein Sportmuffel? Wenn du etwas gegen Fingernägel kauen unternehmen willst, ist es hilfreich sich mehr zu bewegen - einfach aktiver zu werden.

Durch die Bewegung baust du überschüssige Energie, Stress und Aggression spielend ab. Zumindest in dieser Zeit wirst du das Knabbern an den Nägeln total vergessen.

6. Beruhigungsmittel oder Antipsychotika

Wenn du daran schon mal gedacht hast, gehörst du zu den Härtefällen. Du solltest zum Arzt gehen und dich beraten lassen. Erst wenn der eine gravierende psychische Störung feststellt, müssen umfassendere Therapiemaßnahmen ergriffen werden.

Aber dazu gehören mit Sicherheit keine Beruhigungsmittel. Es gibt keine stichhaltigen Studien, die belegen, dass Antipsychotika etwas gegen das Kauen der Nägel ausrichten können.

7. Verhaltenstraining mit HRT

Dazu würde dir ein Verhaltenstherapeut raten: HRT Habit Reversal Training (Reaktionsumkehr) bedeutet, dass sich ein Nagelkauer zunächst bewusst werden soll, in welcher Situation er kaut.

Dann soll er sich in dieser Situation eine Alternative zum Knabbern antrainieren. Du könntest dich zum Beispiel auf die Hände setzen, sie zu Fäusten ballen oder einen Softball zusammendrücken.

Wenn diese Methode bei dir wirkt, machst du den zweiten Schritt: Gehe in Gedanken mehrmals täglich die Situationen durch, in denen du Nägel gekaut hast. Stell dir dann einfach vor, was du stattdessen tun könntest – zum Beispiel Fäuste ballen.

8. Entkopplungstherapie

Das ist eine Variante des HRT. In der Situation, in der du eigentlich "kauen" würdest, machst du nicht etwas ganz anderes (wie Fäuste ballen oder auf die Hände setzen), sondern du führst Deine Finger zum Mund – wie immer.

Aber dann steckst du sie nicht in den Mund -> Kurz vorher drehst du deine Hand weg und legst sie zum Beispiel an den Hals oder du greifst ins Haar. Wichtig bei dieser Therapie ist eine ruckartige Bewegung am Ende, damit dir bewusst wird, dass du von deinem alten Verhaltensmuster abgewichen bist, es entkoppelt hast.

Dass diese Entkoppelungstherapie meistens wirkt, hat eine kontrollierte wissenschaftlichen Studie bewiesen. Die Hälfte der Teilnehmer hatte damit große Erfolge.

9. Hypnose

Voraussetzung für eine Hypnose ist, dass du schon ein bisschen gelernt hat, Stress und Angstsituationen durch Entspannung abzubauen. Erst dann kannst du mit Hypnose versuchen, Verhalten umzuprogrammieren.

Die Umgebung bei einer Hypnose ist tiefenentspannt. Du durchlebst in der Fantasie die Lösung für alle Probleme. Der Therapeut hilft durch seine Fragen lediglich dabei. Ähnlich wie bei der Raucherentwöhnung nutzt du während der Hypnose die Lernfähigkeit deines Gehirns.

Tägliche Nagelpflege

Wenn du es geschafft hast, deine Nägel eine Woche lang ungehindert wachsen zu lassen, ist die erste Hürde schon genommen. Jetzt sehen die Nägel schon viel besser aus und müssen nun täglich gepflegt werden. Das Cremen, Massieren und Polieren sollte ein tägliches Abendritual werden.

Fazit:
Es lohnt sich, verschiedene Methoden und Therapien zu testen, um zu erkennen, welche am schnellsten und effektivsten wirken. Und dann – spätestens nach vier Wochen – ist es soweit:

Du kannst mit schönen, gepflegten Händen auf die nächste Party gehen und brauchst deine Hände nicht mehr zu verstecken.

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