Hühneraugen, Warzen? Was ist der Unterschied – was hilft dagegen?

Einige von euch haben es sicher auch schon einmal erlebt. Irgendetwas drückt und schmerzt am Fuß oder an den Zehen. Wenn die Schuhe und Strümpfe dann am Abend ausgezogen werden und der Fuß nach dem Waschen genauer untersucht wird, kann man den Auslöser manchmal schon erkennen. Es hat sich ein Hühnerauge oder eine Warze gebildet und dieser Übeltäter ist für den unangenehmen Schmerz verantwortlich.

Wie entsteht eigentlich ein Hühnerauge?

Hier ein informatives Video vom NDR: 

  • falsch sitzendes Schuhwerk (durch zu enge oder durch zu weite Schuhe)
  • angeborene Fußfehlstellungen
  • eine zu trockene Fußhaut
  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel durch Diabetes, Gicht oder Rheuma)
  • ungepflegte Füße

Hühneraugen entstehen häufig durch das Tragen von zu engen Schuhen. Spitze Pumps sind im vorderen Bereich an den Zehen eng geschnitten und die modischen Stilettos drücken oft von allen Seiten an den Füßen.

Aber auch eine Fehlstellung der Füße kann der Auslöser der schmerzhaften Hühneraugen sein. Lässt der Druck durch zu enge Schuhe nicht nach oder wird die Fehlstellung nicht beseitigt, so können sich immer wieder Druckstellen an den Füßen oder Zehen bilden.

Unser Körper versucht natürlich zuerst einmal, sich selber zu helfen. Um dem Druck entgegen zu wirken, wird an den beanspruchten Stellen zum Schutz eine Hornhaut gebildet. Hierdurch entsteht eine kleine Wölbung, die einen Durchmesser von 3 – 5 mm haben kann.

Nimmt der Druck durch die zu engen Schuhe nicht ab, oder wird die Fehlstellung der Füße weiterhin nicht richtig korrigiert, dann wächst die so entstandene Hornhaut immer weiter dornförmig nach innen. Teilweise kann dieser Dorn recht tief in die Haut gehen, durch alle Hautschichten hindurch und sogar bis auf die Knochenhaut.

hühnerauge unter dem Fuß

Ein Hühnerauge bildet sich bevorzugt an den Zehen oder über einem Gelenk. Man findet sie aber auch unter der Fußsohle oder unter den Mittelfußknochen. Durch den andauernden Druck auf immer die gleiche Stelle entstehen Schmerzen, die teilweise schon sehr heftig sein können.

Früher besagte ein alter Irrglaube, dass Hühneraugen durch das Barfußlaufen im Sand entstehen, wenn Hühner in der Nähe sind. Wissenschaftlich konnte diese Theorie natürlich längst widerlegt werden 🙂 

Es gibt verschiedene Arten von Hühneraugen

Clavus durus

Das einfache und normal harte Hühnerauge am Fuß nennt man Clavus durus. Der Kern des Hühnerauges ist fest, oft rund und glasig. Wird die Hornhaut abgetragen, so wird ein weißer Kern sichtbar. Durch eine Fräser-Behandlung kann das Hühnerauge entfernt werden. Clavus durus kann auf den Zehen oder den Zehenkuppen vorkommen, aber auch auf der Ferse, der Fußsohle oder unter dem Fußnagel.

Clavus mollis

Diese Art des Hühnerauges kommt am häufigsten vor. Durch das Einweichen der Hautschichten wird das Hühnerauge weich. Die oft ringförmige Verhornung lässt sich dann leicht schichtweise entfernen.

Clavus papillaris

Bei dieser Art ist der Kern des Hühnerauges in den tiefen Schichten der Haut verweicht. Unter einer festen Verhornung befindet sich oft ein kleiner Bluterguss oder aber eine geleéartige Masse. Der Kern des Hühnerauges Clavus papillaris kann fast schmerzlos entfernt werden.

Clavus subungualis

Befindet sich unter dem Nagel

Clavus vasculare​

Vorsicht! In diesem Hühnerauge befindet sich Blutgefäße. Bei der Entfernung kann es daher zu Blutungen kommen!​

Clavus neurovasculare​

​Dieses Hühnerauge ist mit Nerven durchsetzt und daher sehr schmerzhaft

Clavus neurofibrosum​

Betrifft hauptsächlich Fußsohle und Ballen - sehr großflächig​

Clavus miliaris

Zeichnet sich aus durch eine runde Verhornung, diese tritt an Stellen auf, die keinem Druck ausgesetzt sind und reicht sehr tief. Schmerzfrei - wird daher auch als Pseudohühnerauge bezeichnet. 

Gibt es Hühneraugen denn nur an den Füßen?

Hühneraugen können überall entstehen, wo eine wiederkehrende Reibung auf unsere Knochen trifft. Denn dadurch können Schwielen entstehen, unter der sich das Hühnerauge entwickelt. Meistens entwickelt sich ein Hühnerauge am Fuß, aber es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn sich Hühneraugen an den Fingern, an der Hand oder sogar an den Ellenbogen entwickeln.

Hühneraugen vermeiden

Um weitere Hühneraugen zu vermeiden, ist eine gute Fußhygiene besonders wichtig. Auf das regelmäßige Entfernen der Hornhaut solltest du unbedingt achten. Ansonsten kann sehr schnell eine neue Druckstelle entstehen, aus der sich wieder ein neues Hühnerauge entwickeln kann.

Zur Vorbeugung eignen sich auch sehr gut wohltuende Fußbäder, denn diese weichen die Haut gut auf.
  • bequeme Schuhe anziehen
  • trennt euch von unbequemen Schuhen, egal wie teuer sie waren
  • entfernt regelmäßig die Hornhaut
  • lauf viel barfuß, das kräftigt deine Fußmuskulatur
  • creme deine Füße immer gut ein, denn eine trockene Haut kann Hühneraugen begünstigen
  • lass eine evtl. Fußfehlstellungen möglichst zeitnah korrigieren
  • kaufe nur gute Schuhe mit weichem Leder

Da Hühneraugen immer durch Reibung und Druckstellen entstehen, können Hühneraugen trotz Behandlung wieder zurückkommen, wenn der Auslöser nicht beseitigt wird.

Hühneraugen selber behandeln

Auf keinen Fall sollte ein Hühnerauge mit einer Schere bearbeitet werden. Spezielle Polsterringe, die es in der Apotheke oder im Drogeriemarkt zu kaufen gibt, können zur ersten Entlastung auf das Hühnerauge geklebt werden.

Oder du klebst ein Pflaster mit Salicylsäure auf die betroffene Stelle. Das Pflaster soll zwei bis vier Tage einwirken, dann wird die Hornhaut weich und verfärbt sich. Anschließend wird der betreffende Fuß gebadet und die Hornhaut kann mit einem Hobel entfernt werden.

Hühnerauge oder eine Warze?

Wie kannst du eigentlich ein Hühnerauge von einer Warze unterscheiden? Den Unterschied sieht oft nur das geschulte Auge.

Einige Warzenarten können Hühneraugen oft zum Verwechseln ähnlich sehen.

Eine Warze besteht aus Bindegewebe und Blutgefäßen. Sie entstehen aber nicht durch Druck, sondern durch eine Infektion der Haut. Eine Übertragung kann z. B. durch Händeschütteln oder beim Barfußlaufen im Schwimmbad entstehen.

Eine Warze sitzt nicht so tief in der Haut wie ein Hühnerauge und sie wird durch Viren ausgelöst. Sie kann ebenfalls große Beschwerden auslösen und Probleme bereiten.

Manche Warzen stellen aber auch nur ein kosmetisches Problem dar. Viele Warzen können uns viele Monate oder Jahre begleiten und bilden sich auf einmal spontan und von ganz alleine zurück. Tatsächlich verschwinden fast 50 Prozent der Warzen innerhalb von zwei Jahren ohne eine weitere Behandlung. Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die erhaben sind. Eine Ausnahme bildet die Dornwarze.

warze unter dem Fuß

Verschiedene Warzenarten

Vulgäre Warzen

Sie werden auch gemeine oder gewöhnliche Warzen genannt und treten meistens an Händen oder Füßen auf. Diese Warzenform ist am bekanntesten. Du erkennst sie leicht an der stark verhornten und rauen Oberfläche. Sie sind ca. 3 – 5 Millimeter groß.

Plane Warzen

Diese Warzenform tritt oft im Gesicht, Hals oder Händen auf. Sie sind flach, haben eine rötlich-braune Farbe und eine stumpfe Oberfläche.

Dornwarzen

Diese Warzen findet man an den Fußsohlen und sie wachsen nach innen. Erkennen kannst du sie an kleinen braunen Punkten auf der Warzenoberfläche. Sie schmerzen sehr stark beim Gehen.

Dellwarzen

Diese Warzen sind nur wenige Millimeter groß und haben in der Mitte eine kleine Delle, die ihr auch ihren Namen gegeben hat.

Der Vollständigkeit halber sein hier auch Feigwarzen erwähnt. Diese treten besonders im Genitalbereich auf und werden ​an dieser Stelle nicht thematisiert. 

Behandlung von Warzen

Fachleute, wie zum Beispiel ein Arzt oder ein Podologe (medizinischer Fußpfleger) können die Unterschiede zwischen einem Hühnerauge und einer Warze natürlich mit geschultem Blick sofort erkennen. Hühneraugen und Warzen werden unterschiedlich behandelt. Daher ist es auch sehr wichtig herauszufinden, um was es sich hier wirklich handelt.

Schon kleinste Verletzungen der Haut können das Eindringen der Warzenviren begünstigen. Haben sich die Viren erst einmal eingenistet, dann können sie die Haut zu einem stark vermehrten Wachstum anregen, bis eine Warze entstanden ist.
Hygiene ist jetzt besonders wichtig, damit sich Freunde oder Familienmitglieder nicht mit anstecken. Die Schuhe sollten jetzt gründlich und vor allem regelmäßig desinfiziert werden. Strümpfe und Handtücher müssen auf 60° gewaschen werden.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Fußwarzen:
  • im Schwimmbad, in der Sauna, in Duschen von Sportanlagen und im Hotelzimmer nicht barfuß laufen, immer Badeschuhe tragen
  • für genügend Feuchtigkeit der Füße sorgen
  • immer eigene Handtücher verwenden
  • nicht an den Warzen kratzen oder reiben
Warzen selber behandeln

Eine Eigentherapie bei Warzen mit Mitteln aus der Apotheke dauert u.U. länger und kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Da die Unterscheidung der einzelnen Warzen schwierig sein kann, solltest du besser einen Fachmann aufsuchen. Bestimmte Warzen kannst du bei einem Arzt vereisen lassen. Dazu wird für einige Sekunden lang flüssiger Stickstoff auf die Warze gesprüht. Die so entstandene Blase fällt ein bis zwei Tage später ab.

Eine gute und regelmäßige Fußpflege lohnt sich immer

Um sicherzugehen, dass du deine Hühneraugen und Warzen wirklich losgeworden bist, ist der Besuch bei einer guten Fußpflegerin, einem Podologen oder einem Hautarzt sinnvoll.

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