Eingewachsener Zehennagel – welcher Arzt?

Was tun bei eingewachsenen Fußnägeln
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Das Gute vorab: Möglicherweise braucht ihr gar keinen Arzt! Podologen können mittlerweile ganz ohne Operation, u.A. mithilfe von Spangen, eingewachsene Fußnägel wieder in "Form" bringen! (Hängt natürlich ganz von der indivduellen Situation ab ... Aber die Chancen stehen nicht schlecht 🙂


Also: Schnell einen Termin beim Podologen oder Podologin eures Vertrauens vereinbaren!

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nagel_(Anatomie)Accountalive, CC BY-SA 3.0, Nail anatomy de.svg, erstellt 14.10.2011

Ein eingewachsener Fußnagel (Unguis incarnatus) oder eingewachsener Zehnagel, ist nicht nur hässlich, sondern auch äußerst schmerzhaft.

Es beginnt mit einem unangenehmen Druckschmerz in engenSchuhen und bei Berührung.

Kurze Zeit später ist schon eine leichte Decke viel zu viel Gewicht für die empfindliche Stelle.

Meist wachsen die Nägel der großen Zehen in die seitliche Nagelfalz. An den anderen Zehen ist es zwar auch möglich und sogar Fingernägel können einwachsen, dies jedoch nur recht selten. Woran liegt das?

Wie entsteht ein eingewachsener Zehnagel?

Die Nagelplatte liegt im Idealfall gerade und flach auf dem sogenannten Nagelbett und wird umgeben von der Nagelfalz - die empfindliche Hautfalte, die den Nagelrand stärken und schützen soll.

Durch mangelnde oder falsche Fußpflege, erblich bedingte Wachstumsfehler oder Verletzungen kann es passieren, dass der Nagel buchstäblich seitlich ins eigene Fleisch hineingedrückt wird. Die Hornplatte wächst aber trotzdem weiter, auch wenn nach vorne kein Platz ist.

Achtung!

Wichtig ist, den Nagel keinesfalls oval oder an den Ecken zu kurz zu schneiden!

Sobald der seitliche Nagelvorderrand beginnt, in die Nagelfalz hinein zu piksen, reagiert die Haut mit einer leichten Entzündung.

Immerhin muss dem umliegenden Gewebe das benachbarte Hornmaterial wie ein Fremdkörper vorkommen, ähnlich einem Stein oder einem spitzen Dorn, der sich bei jedem Schritt tiefer ins Fleisch bohrt.

Hört der vermeintliche Fremdkörper nicht auf, die Haut an seiner Seite zu bedrängen und zu verletzen, geht diese zu Plan B über. Es entsteht so genanntes "wildes Fleisch" (Granulationsgewebe), mit Hilfe dessen die Haut versucht, den harten Teil einzuschließen und somit unschädlich zu machen. Bei einem losen Steinchen würde der Trick funktionieren.

eingewachsener Zehehennagel

Im Falle eines eingewachsenen Nagels ist diese Vorgehensweise eher kontraproduktiv, denn die Hornplatte liegt dadurch erst recht tief im Fleisch, wächst aber dennoch weiter.

Folglich wird die Entzündung größer und schmerzhafter. Im schlimmsten Fall kommen nun viele kleine Bakterienfamilien, freuen sich über das schwitzig-schöne Bett und machen es sich im Großzeh am Rande des Zehennagels so richtig gemütlich.

Spätestens jetzt, wenn es anfängt zu eitern und der Schmerz immer stärker wird, solltest du das Problem erkennen und SCHLEUNIGST dagegen angehen!

Was kannst du selber tun? 

Es gibt eine Reihe von Tipps und Tricks, wie du einen Nagel, der im Begriff ist, einzuwachsen, eben davon abhalten kannst, bevor es zu spät ist.

1. Gönn der betroffenen Stelle ein warmes, beruhigendes Fußbad.

Zusätzlich kannst du antibakterielle Seife hinzugeben. Das sorgt für eine Schmerzlinderung, verhindert eine Entzündung und weicht die Haut auf für die weitere Behandlung.

2. Nach dem Bad musst du darauf achten, die Füße zwar vorsichtig aber gründlich abzutrocknen.

Ein feuchtes Klima macht alle antibakteriellen Anstrengungen zunichte – die fühlen sich im Anschluss sofort wieder wohl und zögern nicht mit einer Wiederbesiedelung.

3. Um die Stelle gründlich zu reinigen, kannst du mit einem Stück Zahnseide vorsichtig zwischen Haut und Nagel fahren.

Wie beim Zähneputzen erwischt du so auch kleinste Reste unerwünschter Fußbewohner, die sich im entzündeten Bereich ausgebreitet haben.

4. Anschließend kannst du zum Beispiel mit einer antibiotische Creme, antientzündliche Jode-Salbe oder einem speuiellen Gel den Heilungsprozess unterstützen.

Möchtest du lieber ganz bei Hausmitteln bleiben, gibt es auch hier einige Empfehlungen, die wir im Internet gefunden haben ...

  • Täglich Zwiebelsaft auf die entsprechende Stelle auftragen und gut einwirken lassen
  • Eine Salzwasserlösung punktuell auftragen und mit einem Verband über die Nacht einwirken lassen
  • Eine Zitronenscheibe direkt über die Stelle reiben und für einige Studen am Tag daran befestigen
  • Eine Knoblochzehe ausdrücken und ebenfalls für einige Stunden täglich einwirken lassen
  • Einige Tropfen Teebaumöl auf die betreffende Stelle tropfen lassen
  • Aus einer gewaschenen, zerdrückten Möhre eine Paste machen und diese zweimal täglich frisch verbinden

 Michaela

 Chefredakteurin "Nageldesignzentrale"

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An dieser Stelle mein ganz persönlicher Hinweis: Wenn es wirklich schon soweit ist, dass ihr eine Entzündung habt oder bereits eine Wunde entstanden ist, dann bitte KEINE "Hausmittelchen" mehr anwenden, sondern DIREKT zumArzt gehen!


Was kann eine Podologin tun?

Wenn du bei der Behandlung lieber gleich auf Nummer sicher gehen willst, solltest du einen Termin bei dem medizinischen Fußpfleger (bzw. Podologen) deines Vertrauens ausmachen.

Aufgepasst: Achte bei der Berufsbezeichnung darauf, dass es sich nicht um einen kosmetischen Fußpfleger oder einen Fußpfleger im medizinischen Sinne handelt. Ein eingewachsener Nagel ist kein Schönheitsproblem, sondern ein krankhaftes Gebilde, das spezielle Hilfe erfordert. Der Podologe hat verschiedene Möglichkeiten, dir zu helfen.

Mittels einer Tamponade kann er zur Druckentlastung beitragen, dir die Schmerzen nehmen und ein weiteres Einwachsen verhindern, wodurch der Heilungsprozess gefördert wird.​

Dabei wird ein wattiertes Pflaster zwischen Haut und Nagel geschoben und einmal fest um den Zeh herum geklebt. Eine deutliche Schmerzreduktion ist fast augenblicklich der Fall. Bei einfachen Verwachsungen kann diese Behandlung durchaus schon ausreichen.

Ein Podologe verfügt außerdem über geeignete Instrumente, um den Nagel sanft zu feilen und an der verwachsenen Stelle abzuschleifen.

Auch dies kann eine Entzündung und ein weiteres Einwachsen im Keim ersticken.Diese Methode solltest du allerdings wirklich einem FAchmann überlasse! Falsches Kürzen und Schneiden kann eher noch zu einer Verschlimmerung führen.

Besonderheit: Rollnägel und Spangentechnik

Es gibt Fälle, bei denen das Nagelwachstum selbst problematisch ist. Von Natur aus zu Fehlstellungen neigende oder durch eine Verletzung traumatisierte Nägel können bereits so stark deformiert sein, dass kein gut gemeintes Fußbad und kein Pflaster mehr hilft.

So genannte Rollnägel liegen nicht flach auf dem Zeh auf, sondern – der Name sagt es bereits – rollen sich an den Seiten stark zusammen. Von vorne betrachtet kann der Nagel fast kreisrund aussehen.

Hier hilft nur eine spezielle Korrekturspange. Diese wird in der Mitte der Nagelplatte fixiert und an den Nagelrändern befestigt. Nach vier bis sechs Wochen muss die Spange neu befestigt werden.

Ähnlich einer Zahnspange übt die Spange einen sanften, aber kontinuierlichen Zug auf die Seitenränder des Nagels aus, die somit während des Wachsens schonend begradigt werden.

Die Prozedur kann sich gut bis zu sechs Monate hinziehen. In Extremfällen auch noch länger. Das Ergebnis der Wachstumskorrektur kann sich jedoch sehen lassen.

​Was können Ärzte tun? 

Ist die Entzündung schon zu weit vorangeschritten, solltest du dir vom Hausarzt eine Überweisung zum Hautarzt (Dermatologen) geben lassen. Dieser muss dann gezielt das entzündete Gewebe an der Nagelfalz entfernen.

Wenn es gar nicht mehr anders geht, kann ein Besuch beim Fußchirurgen unerlässlich werden. Dies ist zum Beispiel der Fall bei chronisch eingewachsenen Nägeln, etwa durch ein erblich bedingtes überbreites Nagelbett.

Der Chirurg führt eine Nagelkeilexzision oder auch Emmert-Plastik durch. Bei der Keilexzision wird – wie der Name schon sagt – keilförmig rechts und wenn nötig auch links an den Nagelrändern Gewebe bzw. der Nagel entfernt. Bei der Emmert-Plastik wird ebenfalls ein Teil des Nagels entfernt und zwar inklusive der Nagelmatrix, die letztendlich die Hornzellen für die Nagelplatte bildet. 

Die Kosten der Operation werden von den meisten Krankenkassen teilweise übernommen, allerdings als freiwillige Leistung, das heißt nur auf eigenen Antrag und Anweisung durch einen Facharzt. Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt.

Der Nachtel der Operation liegt in der nicht einschätzbaren Rückfallquaote. Die Zellen der Nagelmatrix werden natürlich auch stetig erneuert und sind somit imstande, sich erneut nach rechts und links auszubreiten. Das Risiko eines wieder einwachsenden Nagels liegt verschiedener wissenschaftlicher Befunde zufolge irgendwo zwischen 10 und 73%.

​Was kannst du vorsorglich tun, um keine eingewachsenen Fußnägel zu bekommen?

Druck auf die Nagelplatte entsteht ganz allgemein beim Gehen und Stehen in geschlossenen Schuhen.

Großer Druck entsteht bei engen, vorne spitz zulaufenden Schuhen.

Ganz großer Druck entsteht dann, wenn die engen, vorne spitz zulaufende Schuhe auch noch hohe Absätze haben. Dabei lastet nämlich auch noch das gesamte Gewicht des Körpers, das sich normalerweise auf die Fläche des Fußes verteilt, ausschließlich auf dem Vorderfuß und den Zehen.

Im Normalfall wächst der Nagel aber trotzdem nur nach vorne raus. Das heißt, bei korrekt geschnittenen Nägeln sollte auch in engen, spitz zulaufenden Schuhen mit hohen Absätzen nichts passieren.

Perfekt ist es, wenn der Nagel ein Stück über das Nagelbett hinaussteht und gerade abschließt.

Regelmäßige Pflege mit Cremes und gelegentlichen Fußbädern sollte deine Fußgesundheit weiterhin gewährleisten.

Leidest du unter einer chronischen Erkrankung wie Diabetes, solltest du zusätzlich regelmäßig zur Fußpflege gehen, um etwaige Verwachsungen frühzeitig zu erkennen.

(Dasselbe gilt, wenn in deiner Familie Rollnägel und ähnliche Wachstumsstörungen vorkommen oder du selbst eine derartige Tendenz deiner Nägel feststellst)

Grundlegend sind die Heilungschancen bei eingewachsenen Nägeln sehr gut. Auch schwerwiegende Verwachsungen können heutzutage mit der Spangentechnik effektiv konservativ (ohne OP) behandelt werden.

Zusammenfassung
Eingewachsener Zehennagel? Welcher Arzt?
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Eingewachsener Zehennagel? Welcher Arzt?
Beschreibung
Eingewachsene Zehennägel sind nicht nur schmerzhaft sondern können schnell zum Entzündungsherd werden. Eine Operation ist trotzdem möglicherweise vermeidbar! Erfahren Sie mehr zum Thema: Spangentechnik, Nagelkeilexzision und Emmert-Plastik.
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