Wie Fingernägel und Fußnägel richtig lackieren?

Fingernägel richtig lackieren: drei Schichten und mehr!

Lange vor der Erfindung von Gelnägeln und Nageldesign haben Frauen schon ihre Fingernägel bunt lackiert. Dank des Hinweises „trocknet innerhalb einer Minute“ auf den Fläschchen gehörte das Lackieren auch mehr zu den Dingen, die geschwind nebenbei erledigt wurden. Der grundlegende Umgang mit Nagellack ist denkbar einfach. Jede Vierjährige versteht das Prinzip und könnte ihre FIngernägel richtig lackieren. 

Aber wieso krümelt der Lack dann aber nach knapp 48 Stunden schon wieder ab? Und was muss ich beachten, damit der Lack gleichmäßig "strahlt" und keine "Lacknasen" frech hervorstehen? Es gibt eben doch noch ein paar Tricks und Kniffe, mit denen dein Nageldesign nicht nur schön, sondern auch besonders langlebig wird.

Schaffe die richtige Grundlage

Ein künstlerisches Bild auf einer Mülltonne ist auch ein Kunstwerk. Aber insgesamt ist es trotzdem eine Mülltonne.

Für dein individuelles Nagelstyling brauchst du zuerst eine passende Leinwand. Entferne gründlich alten Nagellack. Auch dann, wenn es nur Klarlack ist, den hinterher sowieso keiner mehr sieht. Benutze dafür am besten einen Nagellackentferner ohne Aceton und ohne rückfettende Pflegeöle.

Wasche deine Hände und trockne sie gut ab. Reste von Nagellackentferner auf der Nagelplatte wirken sich erfahrungsgemäß unheimlich nachteilig auf den frischen Lack aus. Nagellack hält am besten auf sauberen, trockenen und fettfreien Oberflächen. Manche empfehlen sogar ein kurzes Essig-Wasser-Bad, um die Nageloberfläche vollständig von Fettpartikeln zu befreien.

Bringe deine Nägel in Form

Die Voraussetzung für einen gelungenen Anstrich ist eine gelungene Form. Überlege: Welches Muster gefällt dir am besten? Welche Form der Nägel passt dazu?

Filigrane Zeichnungen nehmen sich gut auf viel Fläche aus, also lang und an der Spitze eher abgeflacht und eckig.

Muster mit Pfeilspitzen und längsseitigen Linien passen super zu klassisch ovalen bis hin zu dramatisch zugespitzten Nägeln. Diese Form eignet sich besonders für kurze Nägel, die länger wirken sollen.

Oftmals wird an dieser Stelle empfohlen, auch das Nagelhäutchen zu stutzen oder wenigstens zu verschieben. Dabei solltest du allerdings folgendes bedenken: Das Nagelhäutchen liegt wie ein Stück Tesafilm als Schutzschicht über dem Übergang von Haut zu Nagel. Schiebt man ein Stück Tesafilm hier und da ein bisschen zurück, passiert folgendes: Es bilden sich Fältchen. Und damit ist der Schutzfilm nicht mehr dicht. Eine willkommene Einladung für Nagelpilz, Bakterienschwärme und Alltagsdreck, sich zu einer großartigen Entzündung zu vereinen. Und das war’s dann auch mit dem schönen Nagellack.

Ebnen und polieren

Rillen, Dellen und sonstige natürliche Unebenheiten auf der Nagelplatte können auch ein interessantes Muster bilden. Nachteil: der Lack hält nicht gut auf unebenen Flächen und blättert zwischen Höhen und Tiefen schneller ab. Nimm dir deshalb noch etwas mehr Zeit für die Vorbereitung und schleife die Oberfläche des Nagels mit einer manuellen oder elektrischen Feile ab, bis du keine Unebenheiten mehr spürst und die Nägel glatt und sauber erscheinen.

Das Lackieren

Vorweg: Nagellackfläschchen soll man nicht schütteln. Dabei kann es passieren, dass sich kleine Luftbläschen im Lack bilden, die hinterher eine eigenwillige Struktur auf deinem Nagel hinterlassen.

Um älteren Nagellack oder Farblack, der etwas ausgeflockt erscheint, wieder in eine homogene Flüssigkeit zu verwandeln, reicht es, ihn zwischen den Handflächen hin und her zu drehen.

Wie viel Lack brauchst du pro Finger?

Genau so viel, wie am Pinsel hängt, sobald du ihn aus dem Fläschchen ziehst – minus einen Tropfen. Denn kannst du bequem beim Herausziehen am Flaschenrand abstreifen.

Wie lackiert man?

Willst du deine Fingernägel richtig lackieren, setze die Pinselspitze mittig des Nagels ein Stückchen vor dem Nagelhäutchen an. Mit leichtem Druck schiebst du die Spitze vorsichtig bis genau an das Häutchen. Dann ziehst du den Pinsel gleichmäßig über den ganzen Nagel und bis über die Spitze hinaus. Du hast jetzt noch genug Farbe am Pinsel übrig, um eventuelle Freiflächen am Nagelrand mit derselben Ziehbewegung zu lackieren.

Wie lange braucht Nagellack zum Trocknen?

Wichtig: Es mag sein, dass Nagellack an sich innerhalb einer Minute so gut trocknet, dass Frau ihre Hände schon wieder benutzen kann, um im Netz nach neuen Nageltrends zu googeln, aber das reicht noch lange nicht aus, um eine weitere Lackschicht draufzusetzen.

Erst recht nicht, wenn schon mehrere Schichten übereinanderliegen. Geduld und Ausdauer rentieren sich aber: viele dünne Schichten decken besser und halten wesentlich länger als eine dicke.

Du bist auf der sicheren Seite, wenn du jeder Lackschicht gute fünfzehn Minuten absolute Ruhe gönnst.

Base-Coat

Unterlack wird oft unterschätzt. Dabei wirkt er wie eine doppelte Schutzschicht:

Der alles entscheidende Farblack ist nicht direkt den Launen der Nagelplatte ausgesetzt. Deine Nagelplatte wird zum Beispiel vor Verfärbungen durch besonders intensive Farben geschützt. Zwischen zwei Lackschichten eingepresst hat der Farblack kaum noch Chancen, sich brockenweise zu verkrümeln.

Außerdem gibt es besondere Base Coats, mit denen du die Gesundheit und Schönheit deiner Nägel unterstützen kannst.

  • Nagelhärter eignet sich für weiche, brüchige und splitternde Nägel.
  • Ridge-Filler benutzt du, um Rillen und Unebenheiten auszugleichen, falls du auf das mechanische Schleifen verzichten möchtest.
  • Repair Coat pflegt deine Nägel.

Das ist besonders wichtig, wenn du deine Nägel ständig lackierst. Die Nägel können unter dem Lack nicht atmen und verlieren Feuchtigkeit. Wenn du nicht in regelmäßigen Abständen eine Nagellackpause machst, kannst du sie mit diesem Speziallack für die dauernde Beanspruchung entschädigen.

Farblack

Endlich sind die Vorbereitungen abgeschlossen und das große Malen kann beginnen. Wie man Farbe grundlegend aufträgt, weißt du bereits. Beim Farblack kannst du frei entscheiden, ob du bis ganz an den seitlichen Rand des Nagels lackieren möchtest oder einen schmalen Spalt von etwa einem Millimeter freilassen willst.

...Das fällt nicht sehr auf, sorgt aber für eine optische Verlängerung des Nagels.

Bei Farben, die nicht gut decken, lieber nach der ersten Schicht fünf Minuten warten, nochmal eine Schicht auftragen und gründlich antrocknen lassen. (Fünfzehn Minuten!)

Was kann man aber mit Farblack noch anstellen? Hier ein paar Ideen:

Nail Wrap Art

Nachdem Unterlack und Farblack vollständig getrocknet sind, lackierst du mit einer zweiten Farbe noch einmal über den Nagel. Ganz schnell nimmst du dann eine zusammengeknüllte Frischhaltefolie und tupfst die neue Schicht grob ab.

Splatter Nail Art

Du brauchst einen Strohhalm oder eine ausgediente Zahnbürste. Damit nimmst du einen Tropfen Farblack auf und pustest oder spritzt kräftigt über deine Grundfarbe.

Marble Nail Art oder auch Rainbow Water Nail Art

Fülle etwas Wasser in eine Schale, aus der du nie wieder etwas essen willst, und gebe nacheinander Tropfen verschiedener Farblacke in die Mitte, bis ein kreisrunder Regenbogen entsteht. Nimm dann einen Zahnstocher und ziehe Linien und Schleifen durch das gefärbte Wasser.

Sobald ein Muster entstanden ist, das dir gefällt, tauche deinen Nagel in die Farbe.

Wichtig: Achte beim Rausziehen darauf, dass der Nagel nicht versehentlich ein zweite Schicht Regenbogen abbekommt! Entferne deshalb vorher die restliche Farbe von der Wasseroberfläche, indem du sie mit einem Stäbchen umrührst.

Ombre Nail Art

Diesmal lackierst du nicht deine Nägel, sondern ein Schwämmchen! Mit diesem tupfst du dann auf deine Nägel, sodass ein schöner Farbverlauf entsteht.

Top Coat

Überlack schützt dein wunderschönes Farbmuster vor den Anforderungen des Alltags wie Kratzern, Stößen oder diversen Chemikalien.

Außerdem verleiht er der Farbe noch ein Quentchen mehr Glanz. Manchmal sogar mehr als das: Benutzt du den Überlack etwas zu früh, kannst du Übergänge noch fließender zaubern.

Das heißt im Umkehrschluss: Achte darauf, bei gewollt harten Konturen lange genug zu warten, bevor du mit Überlack darüber gehst. (Fünfzehn Minuten oder länger!)

Tipps und Tricks

Bei der einen oder anderen Lackiertechnik ist es nur natürlich, dass hier und da etwas Farbe danebengeht. Am besten entfernst du diese sofort, bevor der Lack an der Haut zu sehr antrocknet.

Du kannst etwas Nagellackentferner auf ein Wattestäbchen geben und damit die Fingerspitze säubern. Genauer arbeitest du allerdings mit einem feinen Pinsel.

Du kannst auch größeren Farbklecksen vorbeugen, indem du vor dem Lackieren entweder etwas Fettcreme auf der Haut um den Nagel herum verteilst, oder diese zum Beispiel mit Kreppklebeband (Malerkrepp) abklebst.

Dasselbe Klebeband eignet sich übrigens super, um mit einer zweiten Farbe Streifen als Akzente auf den Nagel zu setzen.

Schließlich noch ein Hinweis in Sachen Kunstnägel:

Im Prinzip kannst du alles so machen wie bei Naturnägeln, lediglich zwei Kleinigkeiten solltest du beachten: Der farblose Unterlack bekommt hier eine besondere Bedeutung. Nicht nur, weil er den Kunstnagel auch vor Verfärbungen schützt, sondern weil Nagellackentferner grobe Schäden darauf anrichten kann.

Farblack lässt sich wesentlich leichter entfernen, wenn er auf einer Schicht Klarlack liegt. Des Weiteren musst du beim Lackieren unbedingt darauf achten, dass der Nagellack nicht zu weit nach hinten über den Rand des Kunstnagels hinausläuft und so unter Umständen zwischen den Kunstnagel und deine natürliche Nagelplatte driftet.

Sobald der Überlack getrocknet ist, kannst du dich zurücklehnen und dein Werk bewundern. Oder dich aufmachen, es Freunden und Bekannten zu zeigen.

Alles in allem brauchst du also etwa eine Stunde Zeit, um „geschwind die Nägel zu lackieren“.

Das Ergebnis allerdings wird sich sehen lassen können und dir definitiv mehr Freude bereiten, als nach einem Zeitaufwand von nur einer Minute.


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