Anleitung zum Gelnägel selber machen! 12 Schritte zum Erfolg

Gelnägel professionell selbst machen

Wohlgeformte und perfekt gepflegte Kunstnägel mit aufwändigen Designs gehören heute zum guten Ton im Alltag und im Berufsleben.

Die Vorteile von Gelnägeln sind: 

  • Brüchige Naturnägel erhalten durch die künstliche Verstärkung wesentlich mehr Widerstandskraft!
  • Unschöne Formen können einfach korrigiert werden!
  • Verfärbungen, Rillen und sonstige Mängel lassen sich wirksam kaschieren!
  • Der Traum von einem langanhaltenden, individuellen Design wird endlich wahr!
  • Gelnägel können auch zuhause und selber gemacht werden

Was sind Gelnägel?

  • Bei Gelnägeln handelt es sich um einen Kunstnagel der aus UV-reaktiven Acrylgel geformt wird 
  • Gelnägel werden mittels Polymerisation -  ausgelöst durch UV Licht - ausgehärtet

​Umgangssprachlich unterscheidet man „Gelnägel“ von Acrylnägeln, obwohl das nicht ganz korrekt ist. Tatsächlich nämlich bestehen beide Kunstnagelarten aus Acryl, also aus "Plastik".

​Der Aushärtungsprozess folgt demselben chemischen Reaktionsverfahren wie bei der industriellen Herstellung von Tupperware. Flüssige Kunststoff-Monomere verknüpfen sich in einem Polymerisation genannten Vorgang zu langkettigen Molekülverbindungen, die wir dann der Form und Nutzung entsprechend „Salatschüssel“ oder auch „Kunstnagel“ taufen.

Nagelgele (für den Gelnagel) enthalten zusätzlich Photostarter. Diese sorgen dafür, dass so lange keine chemische Reaktion stattfindet, bis eine gute Dosis UV den Aushärtungsprozess in Gang setzt.

​Die Verarbeitung ist somit um einiges einfacher als die der Zwei-Komponenten-Variante (für den Acrylnagel). Bei dieser wird direkt vor der Verarbeitung eine Powder-Liquid-Mischung angerührt, die praktisch sofort hart wird und deshalb extrem schnell verarbeitet werden muss.

Acrylnägel gelten daher als Königsdisziplin unter geübten Nageldesignerinnen, während sich Gelnägel auch für Anfänger im DIY-Naildesign wärmstens empfehlen lassen.

​Nägel selber machen - Ist das was für mich?

​In einem guten Nagelstudio kannst du dich entspannt zurücklehnen und sicher sein, dass deine Gelnägel perfekt aussehen werden – keine Patzer, keine Unregelmäßigkeiten. Dafür vielleicht nicht ganz so individuell, wie du es dir erhofft hattest.

​Für eine komplette Gelnagel-Modellage zahlst du üblicherweise zwischen 30 und 60€. Mit dem Preis musst du von nun an monatlich rechnen, denn spätestens alle vier Wochen steht ein Refill an, bei dem der herausgewachsene Teil des Nagels neu modelliert und dem bestehenden Design angeglichen werden muss.

Hast du dagegen etwas Zeit, Geduld und Fingerspitzengefühl übrig, dann könnte es dir große Freude bereiten, deine Kunstnägel in Zukunft selbst zu gestalten.​

​Die Anschaffungskosten sind zwar nicht ganz billig, aber wenn du regelmäßig Gelnägel trägst, sparst du deutlich an den Folgekosten.

​Außerdem behältst du die Kontrolle über die Produkte, die du bei dir zu Hause verwendest. Du entscheidest, welche Inhaltsstoffe du dauerhaft an deine Nägel lässt und du trägst auch Sorge, dass sämtliche Materialien vor und nach der Verwendung gründlich desinfiziert werden.

​In diesem Zusammenhang sei auch vorab auf die notwendige Hygiene hingewiesen, die jeder erfolgreichen Modellage zugrunde liegt.

​Sauberkeit geht vor: Im Nagelstudio und zu Hause!

​Unsaubere Arbeitsmethoden, schlecht gereinigte Hilfsmittel und Produkte minderwertiger Qualität können extrem störende Folgeerscheinungen nach sich ziehen, beispielsweise in Form einer unentdeckten Manifestation von Nagelpilz unter dem kunstvollen Design.

​Mit einer durchgehenden hygienischen Grundhaltung jedoch steht der Modellage Marke Eigenbau nichts im Wege!

​Wann sollte ich lieber bei Naturnägeln bleiben?

Wenn du in einem Pflegeberuf oder in der Gastronomie tätig bist, solltest du vorher deinen Chef fragen, ob er das Tragen von künstlichen Fingernägeln akzeptiert. Je nach Hygienevorschriften sind Kunstnägel an bestimmten Arbeitsplätzen verboten.

​Das liegt daran, dass die Gelnagel-Verstärkung zwar mit bloßem Auge wie ein undurchdringlicher Festkörper aussieht, jedoch molekular betrachtet aus mehreren Lagen Gitternetz besteht.

Der natürliche Nagel „atmet“ gewissermaßen, er kann diverse Flüssigkeiten aufnehmen, die ihm auch wieder entzogen werden – dadurch besteht ein gewisser Austausch mit Keimen und Bakterien in unserer Umwelt.

​Ein Kunstnagel dehnt sich in der Regel nicht unter Feuchtigkeitseinwirkung aus und ist auch verhältnismäßig träge im freiwilligen Austausch mit Fetten und Ölen. Daher bildet er gewissermaßen ein willkommenes Lager für Kleinstlebewesen unterschiedlichster Gesinnung.

​Das macht dem Träger von Kunstnägeln an sich nicht viel aus, da diese Art Mitbewohner für gewöhnlich nicht durch eine intakte Nagelplatte in unseren Körper eindringen. Der Kunstnagel ist mehr so etwas wie ein Transportmittel von einem Schnupfenpatienten zum nächsten, weshalb Krankenhauspersonal lieber auf solche festsitzenden Accessoires verzichten sollte.

​Wie gelingen mir professionelle Gelnägel auf der Wohnzimmercouch?

​Kunstnägel wie aus dem Studio zu kreieren ist (mit etwas Übung) gar nicht so schwer. Zuerst musst du dir die nötige Ausrüstung besorgen.

​Zur grundlegenden Gelnagel-Modellage Ausstattung gehören:

  • Nagelhautentferner
  • Nagelhautschieber oder Rosenholzstäbchen.
  • Eine Auswahl an Feilen für Kunst- und Naturnägel
  • Cleaner
  • Zeletten
  • Buffer
  • Dehydrator oder Primer
  • Grundier-, Aufbau- und Versiegelungsgel ODER 1-Phasen-Gel
  • UV-Lampe.

Falls du deine Naturnägel nicht nur verstärken, sondern auch verlängern willst, benötigst du darüber hinaus noch:

  • Schablonen ODER
  • Tips in verschiedenen Formen und Größen
  • Nagelkleber
  • Tiplöser
  • Tipblender
  • Tipcutter bzw. Konturnagelknipser.

​Mit dieser Grundausrüstung kannst du deinen Naturnagel verstärken, verlängern und optimal vorbereiten für Lackmuster in allen Formen und Farben, die du nach Lust und Laune auftragen und erneuern kannst.

​Bevor du allerdings alle Komponenten einzeln kaufst, solltest du dich nach einem Gelnagel-Starter-Set umschauen, in dem die Grundausrüstung für die klassische Nagelverstärkung sowie für die Nagelverlängerung komplett enthalten ist. Damit kannst du deine ersten Versuche starten und weiterhin überlegen, welche Komponenten dir darüber hinaus noch wichtig sind.

​So eine Grundausrüstung bekommst du z.B. bei AMAZON. Die Kosten für ein solches Set sind relativ gering – ungefähr so viel, wie ein erster Besuch im Nagelstudio auch kosten würde.

Weiteres Zubehör, das dir Arbeit erleichtert und dir das Gefühl eines richtigen kleinen Heim-Studios gibt, bieten spezielle Profi-Sets. Im Lieferumfang inbegriffen sind neben der Grundausstattung auch

  • spezielle Arbeitsplatzlampen
  • Feinstaubabsaugung
  • Übungsfinger oder Handmodellierattrappe.

Meistens nicht im Set enthalten sind Allgemeinposten wie

  • Staubpinsel
  • Desinfektionsmittel
  • Pinselreiniger
  • Nagelöl

Wozu du das alles genau brauchst, und was du beachten musst, um vom Gel-Anfänger zum Designprofi zu werden, erfährst du im folgenden Praxisbeispiel. Los geht´s 

1. Nagelverlängerung mittels einer Schablone: Die Schritt für Schritt Anleitung!

Die Naturnagelverlängerung mittels einer Schablone klingt zwar zunächst einfacher als die Verlängerung mit der Tip-Variante, erfordert aber mehr Geschicklichkeit, Voraussicht und Fingerspitzengefühl.

Aus diesem Grund gehören Schablonen für Kunstnagelverlängerung meistens auch nicht zur Standard-Ausrüstung eines Gelnagel-Sets, sondern müssen extra erworben werden.

Und so wird´s gemacht: 

​So wichtig das Nagelhäutchen für den Naturnagel auch ist – für die Gelmodellage muss es weichen.

​Dafür gibt es drei gute Gründe.

​Erstens: Das Gel kann zu schlimmen Reizungen auf der empfindlichen Nagelhaut führen. Diese kann, transparent wie sie ist, bei vorheriger Nichtbehandlung leicht übersehen werden und unter die Modellage geraten.

Zweitens: Auf der Haut hat das Nagelgel keine gute Haftung. Frühzeitige Liftings am Ansatz ruinieren dein Design und sorgen schon bald für ein Ablösen der Gelschicht.​

​Drittens: Sollte das Gel wider Erwarten doch am Nagelhäutchen haften, kommt es spätestens beim natürlichen Nagelwachstum zu Spannungen und Rissen, denn das Nagelhäutchen wächst bekanntlich nicht mit.

​Der Nagelhautentferner ganz oben auf der Liste der Grundausstattung eröffnet dir eine schonende Möglichkeit, das empfindliche Schutzhäutchen zu entfernen.

​Nach etwa einer Minute Einwirkzeit kannst du deine Nagelhaut sanft mit einem Rosenholzstäbchen zurückschieben. Überstehende Teile des Nagelhäutchens darfst du vorsichtig abschneiden.

Die folgenden Abbildungen sind aus einem tollen Youtube Video von LyniNails! Unten findet ihr dann den kompletten Film - wirklich gut gemacht und seit neuestem gibts bei LyniNails auch eine richtige Nails Academy​ - Anschauen lohnt sich

Nagelhaut entfernen 

Als nächstes musst du deine Nägel in Form bringen. Planst du lediglich eine Modellage zur Nagelverstärkung, musst du hier natürlich genauer arbeiten, als wenn du sowieso zur Naturnagelverlängerung schreiten willst.​

​Wie sonst auch empfiehlt sich hier der Einsatz einer für Naturnägel geeigneten Nagelfeile, da sie im Gegensatz zur Nagelschere keine Riss- und Splitterbildung begünstigt, die auch bei der stärksten Modellage schnell zu Liftings führen würde.

Spätestens jetzt solltest du deine Hände und Nägel gründlich desinfizieren, reinigen und weitgehend entfetten. Dabei hilft dir der Cleaner, den du während der Modellage ständig zur Hand haben solltest. Die ebenfalls in jedes gute Starter-Set gehörenden Zelletten bieten gegenüber Wattepads den Vorteil, dass sich mit ihnen wirklich fusselfrei arbeiten lässt.

Hände desinfizieren! 

Um die Nagelplatte etwas aufzurauen und damit die Haftung des Gels noch weiter zu verbessern, benutzt du als nächstes den Buffer. Wichtig: Die Nageloberfläche wird nicht gefeilt, sondern mattiert, also bewege den Buffer nur leicht über die Nageloberfläche, bis sie nicht mehr glänzt.

Anrauen

Um die Nagelvorbereitung abzuschließen, entfernst du nun das letzte bisschen Staub von deiner Nageloberfläche mithilfe eines Staubpinsels. Falls dieser nicht im Starter Set enthalten sein sollte, kannst du auch einen gewöhnlichen Kosmetikpinsel benutzen.

Wichtig: Ab jetzt die Nägel nicht mehr berühren.

Jetzt einen Deyhdrator auftragen (gibt's in Fläschchenform). Dieser entzieht dem Naturnagel Feuchtigkeit und sorg damit für ein späteres gutes Haften!

Nun trägst Du den Haftmittler, auch Primer genannt, auf den Naturnagel auf. 1 bis 2 Minuten an der Luft trocknen lassen

Hast Du eher brüchige oder dünne Nägel, greif besser zu einem Grundiergel. Dieses trägst Du auf den ganzen Nagel auf und lässt es zwei Minuten im UV-Gerät aushärten.

Nun das Haftgel auftragen. Es empfiehlt sich ein Pinsel Größe 6. Lieber etwas dünner auftragen, dass Haftgel ist recht dünnflüssig 🙂 Ruhig mit etwas Druck in den Nagel einarbeiten.

Achtung: Bitte achtet darauf, dass nichts in die Ränder läuft! Wenn doch, unbedingt entfernen!

Zum Aushärten für zwei Minuten ab in die UV Lampe! Achtung "Schwitzschicht"

Die Schablone vorbereiten! Den Teil den ihr nicht braucht abschneiden, dann die Schablone ansetzen.

Achtet darauf, dass die Schablone lückenlos sitzt. Es darf später kein Gel unter den Nagel laufen!​

Dann das Aufbaugel auftragen. Von der Schablone aus an arbeiten. Ihr könnt hier schon die spätere Länge festlegen. Im Anschluss wieder für 2 Minuten unter die UV Lampe zum aushärten.

Optional könnt ihr im Anschluss ein Makeupgel verwenden. Das muss nicht sein, kann aber Unebenheiten etc. schön abdecken oder auch das Nagelbett optisch verlängern. Auch hier im Anschluss wieder für 2 Minuten unter der UV Lampe aushärten.​

Nun kommt schon das French Gel. Nach dem Auftragen wie immer 2 Minuten UV bestrahlen...

Mit Aufbaugel eine dünne Fließschicht auf den kompletten Nagel auftragen. Dieser Schritt ist sehr wichtig, damit der Nagel später genügend Stabilität hat und nicht abbricht!

Besonders den Stresspunkt beachten! Da bricht der Nagel am schnellsten

Wie immer, so muss auch hier das Gel (wenn ihr mit der Form zufrieden seid, 2 Minuten in der UV Lampe aushärten)

Nun mit dem Cleaner die Schwitzschicht entfernen und anschließend die Nägel in Form feilen ...Die Oberfläche der Nägel stets mit der feinen Seite der Feile feilen, da ansonsten kleine Haarrisse eingearbeitet werden und der Nagel instabil wird!

Besonders an den Seiten mit wenig Druck arbeiten, da ansonsten "Liftings" entstehen können... ​

Wenn ihr mit der Form zufrieden seit, dann wird nun im letzten Schritt ein Versiegler aufgetragen. Dadurch bekommt ihr einen schönen Glanz und die Modellage hält einfach besser. Im Anschluss 4 Minuten aushärten lassen im UV Gerät.

Nun nochmals mit Zelette und Cleaner reinigen und fertig ist der Nagel:) Wer mag kann dann noch ein Nagelöl verwenden!

Hier gibt's das komplette Video!

Für das Finish benötigst Du nun nur noch Nailart, wie Farben oder Strasssteinchen, sowie Topcoat, Sunblocker und UV-Spezialversiegelung.

2. Nagelverlängerung mit einem Tip: Die Schritt für Schritt Anleitung!

Genauso wie bei der Nagelverlängerung mit Hilfer der Schablone, sind alle "vorbereitenden" Schritte einzuhalten: Nagelhäutchen entfernen, Anrauen bzw. Entfetten, Staub entfernen etc. (siehe oben) 

​Die Verwendung von Tips sichert dir eine schöne Nagelform und ist gerade für Neulinge wesentlich einfacher zu handhaben als das freie Kreieren einer Nagelverlängerung mittels einer Schablone. Hier gibts eine passende Video Anleitung für euch: 

Es gibt unterschiedliche Tips für eher breite oder schmale Nägel. In den meisten Startersets findest du kurze, extra lange oder bereits vorgeschnittene, gerade und gebogene, extravagante und naturbelassene Verlängerungen für deine Nagelplatte.

Wenn du besonders kurze Naturnägel hast, dann kannst du problemlos spezielle Shortcut-Tips dazukaufen.

​Wichtig ist auf jeden Fall die Breite der Tips. Die Verlängerung sollte rechts und links exakt mit deinem Naturnagel abschließen.

​Sicherheitshalber kannst du den Tip etwas größer wählen und später direkt auf den Nagel bündig feilen. Ist der Tip jedoch zu schmal für deinen Nagel, kann es zu Spannungen kommen, die den Tip mit der Zeit buchstäblich auseinanderreißen.

​Den Nagelkleber trägst du nicht etwa auf deinem Nagel, sondern direkt auf dem Tip auf. Du brauchst keine dicke Klebeschicht, um eine optimale Haltbarkeit zu gewährleisten. Verteile den Kleber lieber dünn über den meist durch eine farbliche Abstufung gekennzeichneten Bereich des Tips, der schließlich am Nagel haften soll.

Die erste große Herausforderung besteht nun darin, den Tip blasenfrei und ohne Zugspannung auf deinem Nagel zu platzieren. Das geht am besten, indem du das Verlängerungsstück genau dort, wo die Spitze des Naturnagels landen soll, schräg ansetzt und den Tip dann langsam und gleichmäßig von vorne nach hinten auf den Nagel drückst.

Falls es dir am Anfang nicht ganz gelingt, kannst du den Tip ganz einfach mit dem ebenfalls meist im Lieferumfang eines Starter Sets enthaltenen Tiplöser wieder entfernen und mit einer neuen Nagelspitze den nächsten Versuch wagen.​

​Achte darauf, dass kein Kleber an die Nagelhaut kommt. Falls doch, entferne ihn sofort und gründlich. Das gilt auch für den Kleb-Überschuss, der beim Andrücken unweigerlich unter dem Tip hervorquellen wird.

​Sitzt die Verlängerung fest auf deinem Nagel, kannst du sie mit einer Feile oder auch mit einem Konturnagelknipser in die gewünschte Form bringen. Wichtig ist auch, den Tip am Ansatz abzuflachen, damit der Übergang von Naturnagel zur Nagelverlängerung fließend wird.

​Achte darauf, die Oberfläche deines Naturnagels nicht versehentlich mit zu feilen – dies schadet dem Nagel ganz gewaltig und wirkt sich entsprechend nachteilig auf die Haltbarkeit deines Geldesigns aus.

​Damit das Feilen des harten Kunststoffs nicht zur Qual wird, kannst du den Tip mit einem Tip-Blender am Ansatz aufweichen. Pass aber auf, dass das Lösemittel nicht versehentlich auf deinen Naturnagel gerät, denn den willst du ja nicht aufweichen.

​Der letzte Arbeitsschritt der Verlängerung besteht erneut im Glätten der plan gefeilten Nageloberfläche mithilfe des Buffers sowie das Entfernen feinster Staubpartikel mit dem Staubpinsel.

​Anschließend, um den Nagel für die eigentliche Modellage vorzubereiten, trägst du in einer dünnen Schicht etwas Primer auf deinen Naturnagel auf – nur auf dem Naturnagel, der Tip wird in diesem Arbeitsschritt ausgespart. Der Primer soll dem Nagel Feuchtigkeit entziehen, damit das Gel besser darauf haften kann.

​Manche Gelnagel-Sets enthalten keinen klassischen Pinselfläschchen-Primer sondern einen Primerstift. Das erleichtert vor allem Anfängern das punktgenaue Auftragen.

Mit dem Grundier- oder Haftgel schaffst du dir eine ebenmäßige Oberfläche über deinen gesamten verlängerten Nagel. Lass diese Schicht zwei Minuten unter der UV-Lampe aushärten und gehe dann direkt zur Nagelmodellage über.

Nägel selber verstärken

Hier kommt wieder die eigentliche Modellage deiner Gelnägel an die Reihe – das Auftragen des Aufbau- oder Buildergels.

Merke: Zuviel Gel sieht unnatürlich aus, besonders wenn der Nagel langsam rauswächst und sich ein deutlicher Sockel zwischen Naturnagel und Gelfläche bildet.

Bei zu wenig Gel dagegen kann sich unter Umständen die Haftchemie nicht richtig entfalten – die Gelauflage würde allzu schnell wieder von deinem Nagel herunterbröckeln.

Aufpassen musst du außerdem, dass du das Gel nicht versehentlich auf das Nagelhäutchen aufträgst.

Im Anschluss muss die Modellage für zwei Minuten unter der UV-Lampe aushärten.

Achte darauf, dass die Nägel gerade im Gerät liegen – besonders der Daumen kommt ja naturgemäß immer etwas schräg zum Liegen. Das allerdings könnte sich ganz fatal auf dein Design auswirken, denn das noch feuchte Gel kann auch im Trocknungsprozess noch der Schwerkraft folgen und unschön verlaufen.​

Nach dem Aushärten muss wieder einmal gründlich gereinigt werden:

Trage etwas Cleaner auf eine Zelette oder ein ähnlich staub- und fusselfreies Tuch auf und fahre damit ein paar Mal über die Gelmodellage. Während des Trocknungsprozesses entsteht eine sogenannte Schwitzschicht oder auch Dispersionsschicht auf deiner Modellage, die mit dem Cleaner entfernt werden muss.​

​Kontrolliere bei der Gelegenheit auch noch mal deine Nagelränder. Befindet sich das Gel wirklich nur dort, wo es hingehört? Falls nötig, kannst du verrutschte Gelschichten jetzt immer noch zurechtfeilen.

​Schließlich begradigst du Unebenheiten mir einer für Gelnägel geeigneten Feile, glättest dadurch entstandene Schleifspuren mit dem Buffer und entfernst mit dem Staubpinsel erneut feinste Partikelchen von deiner neuen künstlichen Nagelplatte.

Nägel selber Versiegeln​

Um deiner Nailart den nötigen Halt zu verleihen, fehlt nur noch eine dünne Schicht Versiegelungsgel aus deinem Starter-Set.

Ein letztes Mal müssen die fertigen Nägel zwei Minuten lang unter der UV-Lampe aushärten und per Zelette und Cleaner von der Dispersionsschicht befreit werden – fertig!

Nägel zuhause Verzieren

Wirklich interessant werden Gelnagel-Modellagen erst mit weiterem Zubehör, das in gewöhnlichen Einsteiger-Sets nicht enthalten ist. Du findest allerdings vor allem über Online-Händler durchaus Profi-Nailart-Sets mit der Kennzeichnung „All-in-One“ oder „Studioqualität“, die überraschend viele Extras zu fairen Preisen beinhalten.

Steht dir der Sinn nach ausgefeilten Musterungen und wirklich langanhaltenden Designs, kannst du dir ebenso gut dein eigenes Nagelkunst-Set zusammenstellen. Auf keinen Fall sollten folgende Elemente in deinem Equipment fehlen:

  • Eine Auswahl an Farbgelen
  • Puder und Staub für Glitzereffekte
  • Nageldekoration: Sticker, Steine, Tatoos...
  • Stamping Zubehör

Such dir aus deiner persönlichen Nailart-Kiste die schönsten Accessoires für dein Nageldesign aus und ordne sie ganz nach deinem Geschmack auf dem ausgehärteten Aufbaugel an. Das Versiegelungsgel kannst du wie gewohnt darüber verstreichen.

Extras

Fehlt doch noch etwas? Mehr Glanz für die Extravaganz? – Kein Problem. Trage einfach noch etwas Top Coat auf oder benutze einen UV-Spezialversiegler.

Stehst du kurz vor einer Reise in die Wüste und fürchtest ein Ausbleichen der Farben? – Keine Sorge. Benutze Sunblocker für Nailart und steig beruhigt ins Flugzeug.

Last but not least: Vergiss nicht, wie gewohnt pflegendes Nagelöl um deine Gelmodellage herum aufzutragen und deine Nagelhaut ausgiebig zu verwöhnen.

Besondere Tricks für besondere Nägel

Das ganz große Plus von Gelnägeln liegt in der Modellage. Es gibt natürliche Nagelformen, die auch das schönste Design merkwürdig aussehen lassen.

Dazu zählen zum Beispiel Himmelfahrtsnägel. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass das Nagelbett recht tief zwischen den Nagelwällen rechts und links eingebettet ist, statt der gewünschten leichten Rundung platt auf dem Finger liegt und sich beim Rauswachsen tendenziell nach oben richtet.

Das ist keine Krankheit und auch keine Missbildung – höchstens ein moderner Makel, der nicht den Schönheitsprämissen der heutigen Zeit entspricht. Und es lässt sich mit einer Gelmodellage wunderbar kaschieren.

Entscheide dich für eine der beiden oben beschriebenen Möglichkeiten der Naturnagelverlängerung und achte bei der Modellage der Kunstnagelspitze darauf, dass sich diese nicht ebenfalls nach oben richtet. Das vermeidest du am besten, indem du deinen eigenen Nagel recht kurz schneidest.

Den richtigen Schwung deiner Nägel erzielst du mit dem Aufbaugel, das du bewusst in der zu platt liegenden Nagelmitte etwas dicker aufträgst als an den Nagelrändern. Zur Not kannst du auch mehrere Lagen des Aufbaugels über einander schichten. Das dauert nur geringfügig länger, weil jede Schicht nach wie vor zwei Minuten unter der UV-Lampe aushärten muss.

Falls du dir diese Technik gerne veranschaulichen möchtest, findest du etliche Beispiele auf Youtube, zum Beispiel hier:

Solche im Volksmund gerne fälschlicherweise als Krallen- oder richtiger als Uhrenglasnägel bezeichnete Nagelformen sind das genaue Gegenteil der Himmelfahrts-Variation. Bei ihnen liegt das Nagelbett mittig viel höher als die Nagelränder, was dem Nagel insgesamt ein ungewöhnlich rundes Aussehen verleiht.

Abhilfe schaffst du hier, indem du das Aufbaugel jeweils an den Rändern etwas dicker aufträgst als in der Mitte und einen geraden Tip als Nagelverlängerung einsetzt, der das gewölbte Naturwachstum geschickt verschleiert.

Auch hierzu findest du einschlägige Anleitungen, wie etwa in diesem Video:

Wie die Gelnägel entfernen…

​…Gelnägel passiv durch Abwarten oder Feilen entfernen

​Möchtest du deine Gelnägel wieder loswerden und zu einem echt natürlichen Look übergehen, lass dir Zeit und maßvolle Geduld anraten.

​Um sämtliche Spuren von Gelnägeln zu entfernen, hilft eigentlich nur eins: den modellierten Teil komplett auswachsen zu lassen. Das kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Du kannst den Übergang optisch aber immerhin anpassen.

​Zunächst feilst du deine Gelnägel wie vor einer Erneuerung der Modellage auf ein Mindestmaß herunter. Wenn die verbleibende Gelschicht mit der Zeit beginnt, sich von alleine abzulösen, darfst du vorsichtig nachhelfen und die verbleibende, locker sitzende Schicht sanft abziehen.

Auf keinen Fall solltest du die obere Schicht der Nagelplatte mit abfeilen oder versuchen, den Gelaufbau gewaltsam abzureißen. Die Schäden, die dadurch entstehen könnten, würden sich wesentlich länger und unangenehmer ausnehmen als ein verbleibender Rest der Gelschicht je anrichten könnte.

​…Gelnägel aktiv mit Aceton entfernen

Das Entfernen eines Gelnagels mittels Aceton ist in seiner Durchführbarkeit sowie in Bezug auf Risiken und Nebenwirkungen umstritten.

Acrylnägel verwandeln sich unter der Einwirkung von starken Lösemitteln wie Aceton in eine gummiartige Masse, die vom Naturnagel abgezogen werden kann.

Gelnägel sind eher darauf ausgelegt, nicht auf derartige chemische Lösemittel zu reagieren. Das macht sie so attraktiv in Bezug auf die gefahrlose Benutzung aggressiver Putzmittel und Nagellackentferner.

​Inzwischen gibt es aber auch unter Gel-Produkten solche, die die gewünschte Reaktion auf Aceton zeigen, einfach deshalb, weil sich diese Methode bei vielen Anwenderinnen besonderer Beliebtheit erfreut, die nur aus diesem Grund Acrylnägel bevorzugen.

​Wenn du deine Gelnägel zu Hause selbst modellierst, hast du den Wissensvorteil auf deiner Seite und kannst notfalls im Beipackzettel nachlesen, ob deine Modellage acetonlöslich ist oder klassisch heruntergefeilt werden und auswachsen muss.

​Falls sich deine Modellage nicht als lösemittelresistent erweist, gehst du wie folgt vor:

  • Zunächst schützt du deine Nagelhaut und am besten gleich die gesamte Hautfläche um den Nagel herum mit einer dicken Schicht Fettsalbe
  • Als nächstes tränkst du ein Wattebällchen mit Aceton, drückst dieses auf dein Nageldesign und befestigst das Ganze mit einem Verband aus Alufolie
  • Nach zehn bis zwanzig Minuten kannst du die Packung wieder entfernen und die Löslichkeit des Gelaufbaus vorsichtig überprüfen, indem du sie sanft vom Nagel abziehst
  • Verbliebene Farbreste kannst du vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen von deinem Naturnagel entfernen.

Erfolgreich vom Kunst- zum Naturnagel…

​…führt ein intensives Verwöhnprogramm.

​Egal für welche Art des Entfernens du dich entscheidest – der Naturnagel wird eine Zeit brauchen, um sich von der dauernden Chemiekeule und der gnadenlosen Dehydrierung durch den künstlichen Nagelaufbau erholen zu können.

Ihn zusätzlich in aggressivem Lösemittel einzuweichen verbessert die Lage nicht unbedingt. Der Vorteil einer kurzen und heftigen Aceton-Prozedur liegt immerhin darin, dass die Nagelplatte schneller empfänglich wird für Pflegeprodukte.

​Das vorsichtige Feilen und Buffern der künstlichen Schicht in Verbindung mit reichhaltigen und regelmäßigen Pflegekuren besonders im Bereich rund um die Nagelplatte können dem Nagelorgan als Ganzes dagegen schon während des Auswachsens viel von seiner ursprünglichen Qualität zurückgeben.

​Im Drogeriemarkt findest du reichhaltige Pflegecremes, Nagelöle und Aufbaukuren für geschädigte, brüchige oder weiche Naturnägel, die deren Wachstum unterstützen und die strapazierte Nagelplatte stärken.

​Auch im Bereich Hausmittel gibt es vielerlei Möglichkeiten, deinem natürlichen Nagelwachstum wieder auf die Sprünge zu helfen.

​Mit Nagellack solltest du sparsam umgehen, solange der Nagel nicht vollständig regeneriert ist. Nach einer Erneuerungs- und Erholungsphase von zwei bis drei Monaten allerdings heißt es wieder: Bahn frei für dein neuestes Design!

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